AM HERZEN EUROPAS 2
Deutsch - Romanes


BÜNDEL - BUDZO
Gedichte - Dila



Titelbild


Ilija Jovanovic

Übersetzung gemeinsam mit dem Autor: Mozes F. Heinschink
Mitarbeit: Peter Paul Wiplinger

Illustrationen: Monika Migl-Frühling, Willi Pechtl, Gerald K. Nitsche
Fotos: Josef Huber, Urs Walder

64 Seiten, broschiert
2000
Auflage: 400 Stück, 19
ISBN 3-901735-08-9




AM HERZEN EUROPAS ist der Name dieser Anthologienreihe, die der zeitgenössischen Lyrik Kleiner Völker Europas, wir nennen sie lieber "Wenigerheiten", gewidmet ist.

Immer weiter an den Rand werden kleine Gruppen gedrängt, je größer und stärker die Mehrheit wird. Globalisierung nivelliert, was aus der Norm fällt. Jene Räume, in denen Minoritäten beheimatet sind, haben in einer Zeit von Landflucht, Pendlertum und
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Internationalisierung ihre Grenzen verloren: Geschlossene Siedlungsräume und Sprachinseln verschwimmen, werden ausgelichtet, vermischt, verwischt, unterwandert. Die Sprachen der Kleinen Völker sind in Gefahr auszusterben.

Ilija Jovanovic, ein Rom aus der Gegend von Belgrad, seit Jahrzehnten in Österreich lebend und arbeitend, erinnert sich in Gedichten und Prosa der Not seines Volkes, der Armut seiner Kindheit; und doch ist es ein schmerzliches Abschiednehmen und mühevolle Suche nach Ort und Identität. Der Dichter schreibt an gegen den Verlust von Heimat, Gemeinschaft, von Bindungen und der eigenen Sprache. Das Romanes verschriftlicht sich hier zur Klage, Verfolgung, Vertreibung durch Jahrhunderte, Genocid - und nicht zum "Lustigen Zigeunerleben".

Ilija Jovanovic schreibt im Romanidialekt der Gurbet, einer der Vlachsprachen, gekennzeichnet durch Einflüsse aus dem Rumänischen. Gurbet bedeutet Fremde, Wanderschaft.

Das Romanes ist eine indogermanische Sprache und stammt in seiner grammatischen Struktur und einem Großteil des Wortschatzes aus Nordindien. Die Dialekte sind durch Lehnwörter aus den verschiedenen durchwanderten Gebieten oder Gegenden längerer Aufenthalte unterschieden. Die Anthologie ist zweisprachig, Romanes und deutsch.



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Ilija Jovanovic - geboren am 25. Februar 1950 in Rumska, nahe Belgrad in Serbien/Jugoslawien. Grundschule und Hauptschule in Rumska, Landarbeiter. 1969 Absolvierung des Pflichtmilitärdienstes. 1971 Übersiedlung nach Wien. Hier Arbeiter in einer Metallfabrik von 1971 bis 1973. Seither als Apothekenlaborant in den Wiener Spitälern AKH und Rudolfsstiftung tätig. Nebenbei Unterricht von in Österreich lebenden Gastarbeiterkindern in Romanes und Deutsch. Generalsekretär und Kulturreferent des "Romano Centro", eines Vereines für Roma in Österreich. Verheiratet seit 1965, Vater von drei Kindern, österreichische Staatsbürgerschaft.

Ilija Jovanovic ist Organisator von Roma-Kulturveranstaltungen und Vortragender zu Roma-Fragen im In- und Ausland, öffentliche Stellungnahmen zur Roma-Situation in in- und ausländischen Print- und audiovisuellen Medien, Märchen- und Geschichtenerzähler aus der Roma-Kulturtradition.

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Seit 1975 intensive und regelmäßige Beschäftigung mit Literatur in den drei Sprachen: Romanes (Muttersprache), Serbokroatisch, Deutsch und Einstieg in eigene literarische Tätigkeit. Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften, vor allem Lyrik in diesen drei Sprachen. Vertreten in der Anthologie "Österreichische Lyrik - und kein Wort Deutsch" von Gerald Kurdoglu Nitsche, Haymon-Verlag, Innsbruck 1990 und "Brücken", ein interkulturelles Lesebuch, ÖBV 1996.

Lesungen u.a. in Österreich, Schweden und Israel, Teilnahme an der Veranstaltung "Roma-Literatur in Österreich" des Österreichischen P.E.N.-Clubs im Literaturhaus Wien am 27.5.1997.

1997/98 Arbeit am Lyrik-Manuskript "Zigeunerseele/Romano Ilo".

1975 Erster Preis beim Literaturwettbewerb der Serbokroatischen Privatschulen in Wien für das Gedicht "Ich liebe Dich, mein Land", 1999 Gewinner des Theodor-Körner-Preises.


Foto: Josef Huber